Veröffentlicht am 27.04.2026
Temporäre Nutzungen kommen in vielen Bereichen vor: bei Veranstaltungen, Baustellen, Zelten, Pop-up-Flächen, provisorischen Verkaufsbereichen, Zwischennutzungen oder kurzfristigen Umnutzungen bestehender Gebäude. Auch wenn diese Nutzungen zeitlich begrenzt sind, müssen sie brandschutztechnisch sorgfältig geplant werden.
Gerade weil temporäre Nutzungen oft unter Zeitdruck entstehen, wechselnde Rahmenbedingungen haben und viele Beteiligte einbinden, ergeben sich besondere Anforderungen an den Brandschutz. Fluchtwege, Personenbelegung, Materialien, technische Installationen und organisatorische Abläufe müssen frühzeitig geprüft und aufeinander abgestimmt werden.
Doch worauf kommt es beim Brandschutz für temporäre Nutzungen konkret an? Welche Massnahmen sind wichtig, welche Vorgaben gelten in der Schweiz und wie lassen sich Risiken bei Events, Baustellen oder provisorischen Anlagen minimieren? In diesem Beitrag geben wir einen kompakten Überblick über Anforderungen, typische Massnahmen und praktische Herausforderungen.
Temporäre Nutzungen wie Veranstaltungen, Baustellen, Zelte oder kurzfristige Umnutzungen von Gebäuden stellen besondere Anforderungen an den Brandschutz. Anders als bei dauerhaften Nutzungen sind die Rahmenbedingungen oft variabel, die Infrastruktur provisorisch und die Nutzungsdauer begrenzt.
Brandschutz bei temporären Nutzungen umfasst alle organisatorischen, technischen und baulichen Massnahmen, die sicherstellen, dass Personen auch unter diesen besonderen Bedingungen ausreichend geschützt sind. Dabei müssen bestehende Risiken neu bewertet und geeignete Brandschutz-Massnahmen individuell festgelegt werden.
Wichtig ist: Auch wenn eine Nutzung nur vorübergehend ist, gelten die Anforderungen an Sicherheit, Evakuierung, Brandvermeidung und behördliche Bewilligungen weiterhin. Eine temporäre Nutzung ist deshalb kein Sonderfall ohne Regeln, sondern benötigt ein Brandschutzkonzept, das zur konkreten Situation passt.
Gerade bei Events oder provisorischen Nutzungen kommen häufig viele Menschen auf engem Raum zusammen. Gleichzeitig sind Fluchtwege ungewohnt, Materialien oft leichter entflammbar und Abläufe nicht eingespielt. Schon kleine Mängel, etwa blockierte Fluchtwege, fehlende Beschilderung oder unsachgemäss eingesetzte Geräte, können im Ernstfall zu erheblichen Gefahren führen. Hinzu kommt, dass temporäre Installationen oft schneller aufgebaut werden und dadurch Fehler leichter entstehen.
Ein durchdachtes Brandschutzkonzept ist deshalb entscheidend, um Risiken zu minimieren und im Notfall eine schnelle und sichere Evakuierung zu gewährleisten.
Brandschutz bei temporären Nutzungen schützt nicht nur Besucher, Mitarbeitende und Einsatzkräfte. Er hilft auch Veranstaltern, Bauherren und Betreibern, gesetzliche Anforderungen einzuhalten, Bewilligungsprozesse zu erleichtern und Haftungsrisiken zu reduzieren.
Ein angepasstes Brandschutzkonzept für temporäre Nutzungen schafft Sicherheit, Klarheit und Planbarkeit. Die wichtigsten Ziele sind:
Personensicherheit: Schutz von Besuchern, Mitarbeitenden und Einsatzkräften
Rechtssicherheit: Einhaltung behördlicher Auflagen und Vermeidung von Haftungsrisiken
Reibungslose Abläufe: Klar definierte Zuständigkeiten und Prozesse im Ereignisfall
Risikominimierung: Reduktion von Brandgefahren durch geeignete Präventionsmassnahmen
Schnelle Intervention: Vorbereitung auf den Ernstfall durch geeignete Mittel und Schulungen
Vertrauen: Sicherheit für Veranstalter, Behörden, Betreiber und Besucher
Gerade bei temporären Nutzungen ist ein individuelles Konzept wichtig, weil Standardlösungen häufig nicht ausreichen. Entscheidend sind unter anderem die Art der Nutzung, die Anzahl Personen, die Dauer, die bauliche Umgebung, die vorhandene Infrastruktur und die Anforderungen der zuständigen Behörden.
Die Anforderungen variieren je nach Nutzung, Personenanzahl und Umgebung. Zu den wichtigsten Massnahmen gehören:
Ab einer bestimmten Personenanzahl oder bei wesentlichen Nutzungsänderungen kann eine kantonale oder kommunale Brandschutzbewilligung erforderlich sein. Diese stellt sicher, dass das Konzept durch die zuständigen Behörden geprüft wurde.
Da die Anforderungen je nach Kanton, Gemeinde, Veranstaltungsart und Objekt unterschiedlich sein können, sollte die Abstimmung mit den Behörden frühzeitig erfolgen. So lassen sich Verzögerungen, Nachforderungen und kurzfristige Anpassungen vermeiden.
Bei grösseren Veranstaltungen, insbesondere in Zelten oder provisorischen Anlagen, ist häufig ein Sicherheitsbeauftragter erforderlich. Dieser koordiniert sämtliche Sicherheitsmassnahmen und ist zentrale Ansprechperson im Ereignisfall.
Der SiBe achtet darauf, dass Massnahmen aus dem Brandschutzkonzept umgesetzt werden, Fluchtwege frei bleiben, Zuständigkeiten bekannt sind und im Notfall klare Abläufe greifen.
Fluchtwege müssen jederzeit frei, ausreichend dimensioniert und klar gekennzeichnet sein, auch während des Auf- und Abbaus. Eine gute Sichtbarkeit und Beleuchtung sind essenziell.
Bei temporären Nutzungen sind Flucht- und Rettungswege besonders wichtig, weil Besucher oder Mitarbeitende die Umgebung oft nicht kennen. Deshalb müssen Wegführung, Beschilderung, Notbeleuchtung und Sammelstellen eindeutig geplant und kommuniziert werden.
Dekorationen, Zeltplanen und Einbauten müssen aus geeigneten, schwer entflammbaren Materialien bestehen. Provisorische Installationen sind fachgerecht auszuführen und regelmässig zu kontrollieren.
Auch Bühnenbauten, Messestände, Verkaufsflächen, Kabelkanäle, Heizgeräte und temporäre Trennwände sollten brandschutztechnisch bewertet werden. Ungeeignete Materialien oder unsachgemässe Installationen können das Brandrisiko deutlich erhöhen.
Geeignete Feuerlöscher müssen in ausreichender Anzahl bereitgestellt werden. Das Personal ist im Umgang damit zu instruieren. Offenes Feuer ist in der Regel verboten oder nur unter strengen Auflagen erlaubt.
Je nach Nutzung können zusätzliche Massnahmen erforderlich sein, etwa Brandwachen, Löschdecken, Wandhydranten, mobile Löschgeräte oder besondere Schutzmassnahmen bei Küchen, Foodständen, Heizstrahlern oder technischen Anlagen.
Alle Beteiligten sollten über Notfallabläufe, Fluchtwege und ihre Aufgaben informiert sein. Bei grösseren Anlässen kann zusätzlich eine Brandwache sinnvoll oder vorgeschrieben sein.
Eine klare Organisation ist ein zentraler Bestandteil des temporären Brandschutzes. Dazu gehören Zuständigkeiten, Alarmierungswege, Evakuierungsabläufe, Kommunikationsketten und die Einweisung von Mitarbeitenden, Sicherheitsdiensten und externen Dienstleistern.
Auch bei temporären Nutzungen gelten klare gesetzliche Anforderungen. Wichtige Grundlagen sind:
VKF-Brandschutzrichtlinien: Regeln Anforderungen an bauliche, technische und organisatorische Brandschutzmassnahmen
Kantonale Vorschriften: Unterschiedliche Bewilligungspflichten und Auflagen je nach Standort
Arbeitsschutzgesetze: Schutz von Mitarbeitenden, insbesondere auf Baustellen
Bau- und Nutzungsrecht: Anforderungen bei temporären Umnutzungen von Gebäuden
Behördliche Auflagen: Vorgaben von Gemeinde, Kanton, Feuerwehr oder anderen zuständigen Stellen
Die frühzeitige Abstimmung mit Behörden ist entscheidend, um Verzögerungen und zusätzliche Auflagen zu vermeiden.
In der Schweiz sind temporäre Nutzungen häufig von regionalen Vorgaben abhängig. Deshalb sollte früh geprüft werden, welche Bewilligungen, Nachweise, Pläne oder Sicherheitskonzepte für die konkrete Nutzung erforderlich sind.
Trotz klarer Anforderungen entstehen in der Praxis immer wieder ähnliche Herausforderungen:
Zeitdruck: Kurze Planungs- und Aufbauzeiten erhöhen das Fehlerrisiko
Komplexe Koordination: Viele Beteiligte wie Veranstalter, Technik, Sicherheit, Betreiber und Behörden müssen abgestimmt werden
Unklare Zuständigkeiten: Verantwortlichkeiten sind nicht immer eindeutig geregelt
Provisorische Installationen: Temporäre Lösungen bergen zusätzliche Risiken
Unterschätzte Gefahren: Brandschutz wird oft als Nebenthema behandelt
Änderungen kurz vor Beginn: Anpassungen an Aufbau, Nutzung oder Personenbelegung können neue Risiken erzeugen
Ein strukturiertes Vorgehen mit klaren Verantwortlichkeiten und frühzeitiger Planung ist entscheidend für die Sicherheit. Besonders wichtig ist, dass der Brandschutz nicht erst kurz vor Veranstaltungsbeginn oder Baustart betrachtet wird. Wer frühzeitig plant, kann Anforderungen besser integrieren, Kosten kontrollieren und behördliche Freigaben effizienter vorbereiten.
Der Brandschutz bei temporären Nutzungen erfordert ein individuell angepasstes und ganzheitliches Konzept. Aufgrund wechselnder Rahmenbedingungen und erhöhter Risiken ist eine sorgfältige Planung unerlässlich. Im Fokus stehen klare Fluchtwege, geeignete Materialien, funktionierende Alarmierung sowie geschultes Personal. Wer frühzeitig plant und alle Beteiligten einbindet, schafft die Grundlage für sichere Veranstaltungen, Baustellen und temporäre Nutzungen.
Temporärer Brandschutz bedeutet deshalb vor allem eines: Risiken früh erkennen, passende Massnahmen definieren und die Umsetzung konsequent kontrollieren. So bleibt Sicherheit auch bei begrenzter Nutzungsdauer gewährleistet.
Die Vulcanus AG unterstützt Sie bei der Planung und Umsetzung eines sicheren Brandschutzkonzeptes bei temporärer Nutzung, von der Bewilligung bis zur Durchführung. Vertrauen Sie auf unsere Erfahrung im Schweizer Brandschutz – unter anderem in Bern, Luzern, Winterthur und weiteren Regionen der Schweiz.