Photovoltaikanlage auf einem Schweizer Flachdach mit technisch geordneter Leitungsführung

Brandschutz bei Photovoltaikanlagen: Was ist in der Schweiz zu beachten?

Veröffentlicht am 17.08.2026

Photovoltaikanlagen gehören heute bei vielen Neubauten und Sanierungen selbstverständlich zur Gebäudeplanung. Gleichzeitig bringen sie zusätzliche elektrische Komponenten auf Dächer und Fassaden. Für den Brandschutz bedeutet das: Die Anlage muss von Anfang an so geplant werden, dass sie keine unnötigen Risiken schafft und die bestehenden Brandschutz-Massnahmen des Gebäudes nicht beeinträchtigt.

Brandschutz bei Photovoltaikanlagen beginnt deshalb nicht erst bei der Montage der Module, sondern bereits in der Planung. Relevant sind unter anderem die Leitungsführung, die verwendeten Komponenten, Abstände zu anderen Bauteilen, die Zugänglichkeit für Einsatzkräfte und die Abstimmung mit dem Brandschutzkonzept.

In der Schweiz gelten dafür sowohl die Brandschutzvorschriften der VKF als auch elektrotechnische Vorgaben und Normen. Swissolar weist ausdrücklich darauf hin, dass bei Planung, Bau und Betrieb von PV-Anlagen die kantonalen Brandschutzvorschriften und die Vorgaben der VKF zu beachten sind. Bei komplexen Anlagen empfiehlt sich eine frühe Abstimmung mit den zuständigen Brandschutzbehörden.

Welche Brandrisiken können bei Photovoltaikanlagen entstehen?

Eine fachgerecht geplante und installierte Photovoltaikanlage ist grundsätzlich sicher. Trotzdem können Fehler oder Schäden an elektrischen Komponenten Brandrisiken verursachen.

Besonders relevant sind beispielsweise mangelhafte Steckverbindungen, beschädigte Leitungen, ungeeignete Komponenten, Montagefehler oder elektrische Lichtbögen. Swissolar weist darauf hin, dass Gleichstrom auf der DC-Seite für Personen gefährlich sein kann und bei Überlastungen oder Lichtbögen Brandgefahr besteht.

Hinzu kommt eine Besonderheit von PV-Anlagen: Solange Licht auf die Module fällt, erzeugen sie elektrische Spannung. Das muss bei der Planung der Anlage und insbesondere beim Einsatz der Feuerwehr berücksichtigt werden.

Das Ziel ist daher nicht nur, die Entstehung eines Brandes zu verhindern, sondern auch sicherzustellen, dass sich ein Brand möglichst nicht über die PV-Anlage oder angrenzende Bauteile ausbreitet.

Welche Brandschutz-Massnahmen sind bei Photovoltaikanlagen wichtig?

Welche Anforderungen gelten, hängt stark von Gebäude, Dach- oder Fassadenaufbau, Anlagengrösse und Nutzung ab. Trotzdem gibt es einige Punkte, die bei nahezu jeder Anlage relevant sind:

  • Verwendung geeigneter und aufeinander abgestimmter Komponenten

  • fachgerechte und geschützte Leitungsführung

  • Berücksichtigung bestehender Brandabschnitte und Durchdringungen

  • sichere Positionierung von Wechselrichtern und weiteren elektrischen Komponenten

  • Abstimmung mit Blitz- und Überspannungsschutz

  • Kennzeichnung wichtiger Anlagenbestandteile

  • nachvollziehbare Dokumentation für Betrieb und Einsatzkräfte

Gerade bei Leitungsdurchführungen darf eine bestehende Brandabschnittsgrenze nicht unkontrolliert geschwächt werden. Führen Leitungen der Photovoltaikanlage durch brandabschnittsbildende Bauteile, müssen diese Durchführungen entsprechend den geltenden Anforderungen geplant und ausgeführt werden.

Für grössere oder komplexe Projekte sollte die Photovoltaikanlage deshalb frühzeitig in das gesamte Brandschutzkonzept integriert werden. Die Vulcanus AG berücksichtigt dabei die Wechselwirkungen zwischen baulichem, technischem und organisatorischem Brandschutz.

Welche Vorschriften gelten für Photovoltaikanlagen in der Schweiz?

Die schweizweit geltenden Brandschutzvorschriften werden von der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF bereitgestellt. Die aktuell verbindlichen VKF-Brandschutzvorschriften bilden die Grundlage für die brandschutztechnische Beurteilung von Gebäuden.

Für Solaranlagen existiert zusätzlich das VKF-Brandschutzmerkblatt «Solaranlagen». Dieses enthält unter anderem Schutzziele, Hinweise zu Gefahrenquellen und mögliche Lösungsansätze. Swissolar hat gemeinsam mit der VKF ausserdem ein Stand-der-Technik-Papier erstellt, das die praktische Umsetzung konkretisiert.

Neben dem baulichen Brandschutz spielen die elektrotechnischen Regeln eine zentrale Rolle. Swissolar nennt insbesondere die für PV-Anlagen relevante Installationsnorm SN HD 60364-7-712, deren wesentliche Inhalte in der NIN 2025 berücksichtigt werden.

Eine gute Übersicht bietet die offizielle Seite von Swissolar zu Photovoltaik und Brandschutz.

Warum ist die Leitungsführung so wichtig?

PV-Leitungen verbinden die Module auf Dach oder Fassade mit Wechselrichtern und weiteren elektrischen Komponenten. Dadurch können sie durch unterschiedliche Gebäudebereiche geführt werden.

Aus brandschutztechnischer Sicht muss deshalb geklärt werden, wo die Leitungen verlaufen, ob Brandabschnitte durchquert werden und welche Schutzmassnahmen an diesen Stellen erforderlich sind.

Besonders bei komplexen Gebäuden kann eine ungeplante Leitungsführung später zu Problemen führen. Kabel dürfen beispielsweise nicht einfach durch brandschutzrelevante Bauteile geführt werden, ohne die entsprechende Abschottung zu berücksichtigen.

Darüber hinaus ist die Leitungsführung auch für Einsatzkräfte wichtig. Swissolar empfiehlt eine Dokumentation, aus der hervorgeht, wo spannungsführende Bestandteile der PV-Anlage installiert sind. Diese Informationen können der Feuerwehr im Brandfall die Orientierung erleichtern.

Welche Bedeutung hat die Kennzeichnung der Anlage?

Eine klare Kennzeichnung hilft dabei, elektrische Gefahren im Einsatzfall schnell zu erkennen.

Swissolar weist darauf hin, dass die fachgerechte Kennzeichnung von PV-Anlagen die Arbeit der Feuerwehr erleichtern kann. Insbesondere spannungsführende Anlagenbestandteile sollten nachvollziehbar gekennzeichnet sein.

Neben Kennzeichnungen ist eine vollständige Dokumentation wichtig. Dazu gehören beispielsweise Anlagenpläne, Leitungsführungen, Positionen von Wechselrichtern und Informationen zu Abschaltmöglichkeiten.

Je besser Anlage und Brandschutz dokumentiert sind, desto schneller können Einsatzkräfte die Situation im Ernstfall einschätzen.

Was ist bei Photovoltaikanlagen auf Fassaden zu beachten?

Photovoltaik-Fassaden sind brandschutztechnisch häufig anspruchsvoller als klassische Dachanlagen.

Insbesondere bei hinterlüfteten Fassaden können zusätzliche Risiken durch Luftschichten, Unterkonstruktionen und die grossflächige Anordnung der Module entstehen. Deshalb müssen Fassadenaufbau und Photovoltaikanlage gemeinsam betrachtet werden.

Swissolar hat für hinterlüftete PV-Fassaden ein Übergangsdokument zur Planung und zum Brandschutznachweis veröffentlicht. Dieses beschreibt unter anderem Lösungsansätze für Gebäude mittlerer Höhe und Hochhäuser. Gleichzeitig wird darauf hingewiesen, dass bei bestimmten Projekten ein objektspezifischer Brandschutznachweis erforderlich sein kann.

Gerade bei PV-Fassaden lohnt sich deshalb eine frühe Einbindung der Brandschutzplanung.

Muss eine Photovoltaikanlage in das Brandschutzkonzept aufgenommen werden?

Das hängt vom Gebäude und vom Umfang der Anlage ab.

Bei kleinen, überschaubaren Dachanlagen kann die brandschutztechnische Beurteilung vergleichsweise einfach sein. Bei grösseren Gebäuden, Sonderbauten, komplexen Dachaufbauten oder Photovoltaik-Fassaden sollte die Anlage dagegen möglichst früh mit dem bestehenden oder geplanten Brandschutzkonzept abgestimmt werden.

Dabei wird beispielsweise geprüft, ob Brandabschnitte beeinflusst werden, wie Leitungen geführt werden, welche Zugänge für Einsatzkräfte erforderlich sind und ob bestehende Brandschutz-Massnahmen angepasst werden müssen.

Mehr zu unserem Vorgehen finden Sie auch auf unserer Seite zum Brandschutz in der Schweiz. Die Vulcanus AG begleitet Bauherren, Architekten und Fachplaner von der Analyse bis zur Umsetzung und Abnahme.

Welche Rolle spielt der Blitz- und Überspannungsschutz?

PV-Anlagen befinden sich häufig an exponierten Stellen und müssen deshalb auch im Zusammenhang mit Blitz- und Überspannungsschutz betrachtet werden.

Swissolar verweist für PV-Anlagen auf die entsprechenden Anforderungen der SN HD 60364-7-712 und der NIN 2025. Bei Gebäuden mit bestehendem oder vorgeschriebenem Blitzschutz müssen PV-Anlage und Blitzschutzkonzept aufeinander abgestimmt werden.

Hier ist eine enge Koordination zwischen Elektroplanung und Brandschutzplanung wichtig. Einzelne Schutzmassnahmen dürfen nicht isoliert betrachtet werden.

Ist eine Photovoltaikanlage ein besonderes Risiko für die Feuerwehr?

PV-Anlagen stellen Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen, weil Teile der Anlage bei Tageslicht weiterhin unter Spannung stehen können.

Deshalb sind klare Leitungsführungen, Kennzeichnungen und eine aktuelle Dokumentation besonders wichtig. Auch die Position von Wechselrichtern und Abschaltmöglichkeiten sollte nachvollziehbar sein.

Swissolar empfiehlt ausdrücklich, mit der Feuerwehr zu klären, welche Informationen für den Einsatz benötigt werden.

Bei grösseren Gebäuden kann es sinnvoll sein, die PV-Anlage zusätzlich in Feuerwehreinsatzplänen oder anderen objektspezifischen Unterlagen zu berücksichtigen.

Wer sollte den Brandschutz bei einer Photovoltaikanlage planen?

Bei Standardanlagen auf einfachen Gebäuden lassen sich viele Anforderungen über etablierte Lösungen abdecken.

Sobald jedoch mehrere brandschutztechnische Themen zusammenkommen, empfiehlt sich die Einbindung einer Fachplanung. Dazu gehören beispielsweise komplexe Brandabschnitte, grosse Dachflächen, Sonderbauten, PV-Fassaden oder Gebäude mit besonderen Nutzungskonzepten.

Die Vulcanus AG unterstützt Sie dabei, die Photovoltaikanlage in das übergeordnete Brandschutzkonzept zu integrieren. Wir prüfen die relevanten Schnittstellen und stimmen Brandschutz-Massnahmen mit Architektur, Gebäudetechnik und Elektroplanung ab.

Fazit zu Brandschutz bei Photovoltaikanlagen

Photovoltaikanlagen und wirksamer Brandschutz lassen sich gut miteinander verbinden – vorausgesetzt, die Anlage wird von Beginn an in die Gebäudeplanung integriert.

Entscheidend sind eine fachgerechte Installation, geeignete Komponenten, sichere Leitungsführungen, der Erhalt bestehender Brandabschnitte sowie eine klare Kennzeichnung und Dokumentation.

Besonders bei komplexen Gebäuden und Photovoltaik-Fassaden sollte der Brandschutz frühzeitig berücksichtigt werden, statt erst nach Abschluss der Elektroplanung.

Als Brandschutz-Unternehmen begleitet die Vulcanus AG Bauherren, Architekten und Fachplaner von der ersten Beurteilung über die Koordination der Brandschutz-Massnahmen bis zur Umsetzung und Abnahme. So stellen wir sicher, dass Photovoltaikanlage und Gebäudebrandschutz als Gesamtsystem funktionieren.