Baupläne und Taschenrechner zur Brandlastberechnung für die Brandschutzplanung in der Schweiz

Brandlastberechnung in der Schweiz: Wann ist sie erforderlich?

Veröffentlicht am 14.09.2026

Die Brandlast ist ein wichtiger Faktor bei der brandschutztechnischen Beurteilung eines Gebäudes. Sie beschreibt vereinfacht gesagt, wie viel potenzielle Wärmeenergie durch die vorhandenen brennbaren Materialien in einem Brandabschnitt freigesetzt werden kann.

Eine Brandlastberechnung in der Schweiz kann deshalb relevant werden, wenn Standardlösungen nicht ausreichen, besondere Nutzungen vorliegen oder das Brandrisiko eines Gebäudes genauer beurteilt werden muss. Sie hilft dabei, Brandschutz-Massnahmen fachlich zu begründen und die Anforderungen an Tragwerke, Brandabschnitte oder technische Anlagen nachvollziehbar festzulegen.

Als Brandschutz-Unternehmen unterstützt die Vulcanus AG Bauherren, Architekten und Fachplaner dabei, die brandschutztechnischen Anforderungen eines Projekts frühzeitig zu bewerten und geeignete Lösungen zu entwickeln.

Was ist eine Brandlast?

Die VKF verwendet den Begriff Brandbelastung für die Wärmemenge sämtlicher brennbarer Materialien innerhalb eines Brandabschnitts, bezogen auf dessen Grundfläche.

Sie setzt sich aus der mobilen und der immobilen Brandbelastung zusammen und wird in der Regel in Megajoule pro Quadratmeter Brandabschnittsfläche angegeben.

Zur mobilen Brandlast können beispielsweise Möbel, Lagergüter, Verpackungen oder andere bewegliche brennbare Materialien gehören. Die immobile Brandlast umfasst dagegen brennbare Bestandteile, die dauerhaft mit dem Gebäude beziehungsweise der Konstruktion verbunden sind.

Je mehr brennbares Material in einem Bereich vorhanden ist und je höher dessen energetischer Gehalt ist, desto grösser kann die Brandbeanspruchung ausfallen.

Die Brandlast allein beschreibt allerdings noch nicht das vollständige Brandrisiko. Auch Nutzung, Raumgeometrie, Lüftung, mögliche Zündquellen und vorhandene Brandschutzsysteme beeinflussen das tatsächliche Brandgeschehen.

Warum ist die Brandlastberechnung im Brandschutz wichtig?

Die Brandlastberechnung schafft eine quantifizierbare Grundlage für die brandschutztechnische Beurteilung eines Gebäudes oder Brandabschnitts.

Sie kann insbesondere dann relevant sein, wenn beurteilt werden muss, wie stark ein Bereich im Brandfall beansprucht werden könnte und welche Schutzwirkung bauliche oder technische Systeme sicherstellen müssen.

Eine hohe Brandlast kann beispielsweise Auswirkungen auf die erforderliche Feuerwiderstandsdauer von Bauteilen, die Bildung von Brandabschnitten oder die Auslegung technischer Brandschutzanlagen haben.

Entscheidend ist dabei immer die Gesamtbetrachtung des Gebäudes und nicht ein einzelner errechneter Wert.

In der Schweiz bildet die Brandbelastung unter anderem einen Bestandteil der VKF-Regelungen zu Tragwerken. Die VKF definiert sie als Wärmemenge der brennbaren Materialien eines Brandabschnitts bezogen auf dessen Grundfläche.

Wann ist eine Brandlastberechnung in der Schweiz erforderlich?

Eine Brandlastberechnung ist nicht automatisch für jedes Gebäude vorgeschrieben.

Ob sie erforderlich oder sinnvoll ist, hängt von Nutzung, Gebäudeart, Brandschutzkonzept und der gewählten Nachweismethode ab.

Besonders relevant kann sie sein bei:

  • Industrie-, Produktions- und Lagergebäuden mit hohen oder stark wechselnden Brandlasten

  • Projekten mit besonderen Nutzungen oder erhöhtem Brandrisiko

  • Abweichungen von Standardlösungen der Brandschutzvorschriften

  • objektspezifischen oder ingenieurmässigen Brandschutznachweisen

  • der Beurteilung von Tragwerken im Brandfall

  • grossen Lagerflächen oder Bereichen mit konzentrierter Materiallagerung

Gerade bei komplexen Bauvorhaben empfiehlt es sich deshalb, bereits in der Planungsphase zu klären, ob eine Brandlastberechnung benötigt wird.

Weitere Grundlagen zur ganzheitlichen Planung finden Sie in unserem Beitrag "Brandschutzkonzept: Wann ist es erforderlich?"

Welche Rolle spielt die Brandlast bei Industrie- und Lagergebäuden?

In Lager- und Industriebauten kann die Brandlast wesentlich stärker schwanken als in klassischen Büro- oder Wohngebäuden.

Art und Menge der gelagerten Produkte, Verpackungen, Regalsysteme, Maschinen oder Produktionsstoffe können die Brandbelastung erheblich beeinflussen.

Ein Lager mit überwiegend nicht brennbaren Materialien unterscheidet sich brandschutztechnisch beispielsweise deutlich von einer Halle mit grossen Mengen an Kunststoffen, Papier, Holz oder brennbaren Flüssigkeiten.

Deshalb reicht eine pauschale Einschätzung hier häufig nicht aus.

Eine Brandlastberechnung kann helfen, die tatsächliche Situation nachvollziehbar zu erfassen und daraus geeignete Brandschutz-Massnahmen abzuleiten.

Wie wird eine Brandlastberechnung durchgeführt?

Grundsätzlich werden zunächst die innerhalb des betrachteten Brandabschnitts vorhandenen brennbaren Materialien erfasst.

Anschliessend werden Menge beziehungsweise Masse der Stoffe und deren Heizwerte berücksichtigt. Aus diesen Angaben lässt sich die potenziell freisetzbare Wärmeenergie bestimmen und auf die Grundfläche des Brandabschnitts beziehen.

Vereinfacht werden dabei folgende Schritte durchgeführt:

  • Brandabschnitt beziehungsweise Betrachtungsbereich definieren

  • brennbare Materialien erfassen

  • Mengen und Materialeigenschaften bestimmen

  • Heizwerte beziehungsweise relevante Kennwerte zuordnen

  • Brandlast beziehungsweise Brandbelastung berechnen

  • Ergebnis im Zusammenhang mit dem Brandschutzkonzept bewerten

Gerade der letzte Schritt ist entscheidend.

Eine Brandlastberechnung liefert zwar einen Zahlenwert, die brandschutztechnische Interpretation dieses Wertes erfordert jedoch Fachwissen und Kenntnis der geltenden Vorschriften.

Welche Materialien werden berücksichtigt?

Berücksichtigt werden grundsätzlich die brennbaren Materialien innerhalb des betrachteten Bereichs.

Dazu können beispielsweise Holz, Papier, Kunststoffe, Textilien, Verpackungsmaterial, Lagergüter und bestimmte Baustoffe gehören.

Bei Industrie- oder Produktionsbetrieben können zusätzlich Rohstoffe, Zwischenprodukte oder Betriebsmittel relevant sein.

Auch dauerhaft verbaute brennbare Materialien können zur Brandbelastung beitragen.

Welche Materialien konkret in die Berechnung einfliessen müssen, hängt daher stark vom Gebäude und seiner Nutzung ab.

Welche Vorschriften gelten in der Schweiz?

Eine wichtige Grundlage bilden die Schweizer Brandschutzvorschriften der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen VKF.

Die VKF-Brandschutzrichtlinie zu Tragwerken definiert die Brandbelastung als Wärmemenge sämtlicher brennbarer Materialien eines Brandabschnitts bezogen auf dessen Grundfläche. Sie unterscheidet dabei mobile und immobile Brandbelastungen.

Die geltenden Anforderungen an Baustoffe, Bauteile und deren Feuerwiderstand werden ebenfalls durch die VKF-Brandschutzvorschriften konkretisiert.

Je nach Nachweisverfahren und Projekt können darüber hinaus Normen aus dem Tragwerksbereich relevant werden. Deshalb sollte die Berechnung immer auf Basis der konkreten Projektanforderungen erfolgen.

Die aktuellen Brandschutzvorschriften können direkt bei der VKF eingesehen werden.

Brandlastberechnung und Brandschutzkonzept

Die Brandlastberechnung ist häufig kein isoliertes Dokument, sondern Bestandteil einer übergeordneten brandschutztechnischen Beurteilung.

Das Brandschutzkonzept legt fest, mit welchen baulichen, technischen, organisatorischen und gegebenenfalls abwehrenden Massnahmen die Schutzziele erreicht werden sollen.

Die Brandlast kann dabei eine wichtige Entscheidungsgrundlage liefern.

Sie kann beispielsweise helfen, unterschiedliche Varianten miteinander zu vergleichen oder nachzuweisen, dass eine geplante Lösung für das konkrete Gebäude geeignet ist.

Wer erstellt eine Brandlastberechnung?

Eine belastbare Brandlastberechnung sollte durch eine entsprechend qualifizierte Fachperson erstellt beziehungsweise fachlich bewertet werden.

Neben der reinen Berechnung müssen die Ergebnisse in den baulichen und brandschutztechnischen Kontext eingeordnet werden.

Bei komplexeren Projekten sind deshalb Kenntnisse über Brandschutzvorschriften, Tragwerksplanung, Nutzung und technische Brandschutzsysteme erforderlich.

Fazit zur Brandlastberechnung in der Schweiz

Die Brandlastberechnung in der Schweiz ist ein wichtiges Instrument, wenn das Brandpotenzial eines Gebäudes oder Brandabschnitts genauer beurteilt werden muss.

Sie ist nicht in jedem Projekt erforderlich, kann aber insbesondere bei Industrie- und Lagergebäuden, besonderen Nutzungen oder individuellen Brandschutznachweisen eine entscheidende Grundlage bilden.

Wichtig ist dabei nicht nur die mathematische Berechnung, sondern vor allem die korrekte brandschutztechnische Bewertung der Ergebnisse.

Als Brandschutz-Unternehmen unterstützt die Vulcanus AG Bauherren, Architekten und Fachplaner dabei, Brandrisiken frühzeitig zu erkennen und geeignete Brandschutz-Massnahmen festzulegen. Vom ersten Gespräch über die Brandschutzplanung bis zur Abnahme begleiten wir Projekte ganzheitlich und praxisnah – und das in der gesamten Schweiz, unter anderem in Basel oder Zürich.